🏴‍☠️ Der Tarakische Schwurbund


„Die Krone duldet, was sie nicht bändigen kann."

„Frei ist, wer das Messer schärfer hält – oder mehr Gold in der Tasche.“

Tarakus ist keine Stadt im klassischen Sinne. Tarakus ist ein Versprechen. Eines aus Rum, Rauch und rostigen Säbeln – und das Versprechen, dass Freiheit einen Hafen hat, wenn man weiß, wo man anlegen muss.

Der Tarakische Schwurbund ist ein lockeres Bündnis von Piratencrews, Schmugglern, Küstenjägern und Hochseeabenteurern, die sich einst die Südostinsel des Archipels unter den Nagel rissen – lange bevor die Fahne des Kaiserreichs auch nur den Horizont erreichte. Als die kaiserliche Expansion schließlich auch Tarakus streifte, war ein Aufstand unvermeidlich. Doch statt in einem Blutbad zu enden, wurde ein Abkommen geschlossen: Der Bund darf Tarakus behalten, solange sie sich an drei einfache Gebote halten:

  1. „Du sollst das Volk der Krone nicht entweihen.“
    Keiner aus dem Schwurbund darf Krieg gegen das Volk des Kaiserreichs führen. Zivilisten, Handelsrouten und kaiserliche Siedlungen sind zu verschonen.

  2. „Du sollst die Flotte der Krone nicht herausfordern.“
    Die Schiffe des Kaiserreichs sowie die Handelsschiffe des Reiches sind in Frieden zu lassen. Kein Angriff auf die Flotte und keinen Handel mit ihren Gegnern.

  3. „Du sollst den Ruf der Krone im Notfall erhören.“
    Wenn das Kaiserreich in Not ist, soll der Tarakische Schwurbund als Freibeuter zur Seite stehen – gegen eine angemessene Entlohnung.

Im Gegenzug darf Tarakus in vielem tun, was andernorts als Piraterie gelten würde. Die Stadt lebt vom Schwarzhandel, von illegalem Fischfang, Glücksspiel, Söldnergeschäften – und vom Ruf, dass hier jeder Zuflucht findet, der genug zahlt oder genug Feuerkraft mitbringt. Es gibt auch Gerüchte über blutige Wettkämpfe zwischen Sklaven, Freibeutern und Gladiatoren, die in den Arenen von Tarakus stattfinden. Man sagt, wer in diesen Kämpfen überlebt, verdient mehr als nur Gold – er verdient Respekt. Und wenn das nicht reicht, gibt es immer noch die Möglichkeit, sein Leben in einem der finsteren Wettenkämpfe der Stadt zu setzen, wo der Einsatz nicht nur Gold, sondern auch Freiheit sein kann.

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Doch dieser Pakt mit dem Kaiserreich ist kein Bund aus Loyalität, sondern aus Zweckmäßigkeit. Der Tarakische Schwurbund stellt bei Bedarf Freibeuter, eskortiert heikle Fracht oder jagt abtrünnige Schiffe – sofern der Preis stimmt. Ein gefährliches Spiel, denn viele im Schwurbund träumen von Tagen ohne Pakt, ohne Kompromiss.
Der Rat der Planken, eine lockere Versammlung der mächtigsten Kapitäne, soll den Zusammenhalt wahren. Doch er ist kein Parlament – eher ein stürmisches Gelage, bei dem Allianzen so schnell wechseln wie die Strömung. Es gibt keine zentrale Autorität, keine Oberkommandierenden. Jeder Kapitän führt nach eigenem Gutdünken, und Loyalitäten sind flüchtig wie Dünung im Morgengrauen.

Doch bei aller Zwietracht eint die meisten ein Gedanke:
Lieber ein unsicherer Bund in Freiheit als sicherer Tod in Ketten.
Denn für die Piraten von Tarakus ist die eigene Haut das einzig wahre Gold – und wer das anders sieht, kann sich schon mal auf eine harte Landung einstellen. Der Pakt mit der Krone? Ein gutes Geschäft, solange der Kaiser nicht in die Tasche greift. Doch was ist schon sicher auf See? Sobald jemand mit mehr Gold, mehr Feuerkraft oder einfach besserem Humor kommt, ist der Vertrag so wackelig wie ein Schiffsbug in einem Sturm. Am Ende geht’s nur ums Überleben – und wer das bessere Angebot macht, kann sich die Freiheit auch gleich kaufen.

Der Tarakische Schwurbund ist kein Feind – aber auch kein Verbündeter, dem man blind trauen sollte. Er ist das Messer, das der Kaiser in der Manteltasche trägt: nützlich, scharf – und immer nah an der Kehle.