⚔️ Die Glänzende Klinge

„Manche kämpfen, um zu überleben. Sie kämpften, damit wir leben können.“
— Inschrift im Ehrenrundgang des Kaiserlichen Archivs zu Ravaryn

Es heißt, die Plage hätte das Beste wie das Schlimmste im Herzen der Sterblichen ans Licht gezerrt. Und manchmal – wenn die Schatten am längsten waren – da blitzte etwas auf, das heller strahlte als jedes Banner: die Glänzende Klinge.

Nicht groß an Zahl, aber groß an Taten – diese Abenteurergruppe von sechs Gefährten wurde in den Plagenkriegen zu einem Symbol für Mut, Entschlossenheit und Opferbereitschaft. Wo ganze Regimenter fielen, hielten sie Stand. Wo Strategen zauderten, gingen sie voran. Und wo Hoffnung zu sterben drohte, gaben sie ihr ein Gesicht.

Die Glänzende Klinge schloss sich den Kräften des jungen Reiches an – nicht als Teil einer Fraktion, sondern als freie Klinge im Dienste des Lebens. Sie agierten selbstständig, doch stets im Einklang mit jenen, die das gleiche Ziel verfolgten: die Plage zurückzuschlagen. Oft vorausgeschickt, wo andere scheiterten, begaben sie sich in das Herz verseuchter Lande, in Höhlen voll flüsternder Dunkelheit, in Ruinen, in denen kein Gebet mehr gehört wurde – und kehrten zurück, mit Wissen, Wunden und manchmal auch einem neuen Sieg.

Heute leben sie noch, verstreut über das Reich – doch ihre Namen sind Legende.


Varis Carnagil

Die Klinge des Verstandes – Elf, Krieger und Architekt des Gleichgewichts.
Einst ein Meister der Taktik und Klinge, heute Kanzler des Reichs. Varis kämpfte mit Schwert, Schild und Weitsicht, führte nicht nur Truppen, sondern auch Gedanken. Er war nie der Lauteste – aber oft der Letzte, der noch stand. Wer ihm heute gegenübertritt, begegnet keinem Relikt der Schlacht, sondern einem lebendigen Monument kühler Entschlossenheit.

Caelun Mareth

Das Wandernde Licht – Mensch, Paladin mit Herz aus Feuer.
In der dunkelsten Stunde war es seine Klinge, die leuchtete – nicht durch Zauber, sondern durch Hingabe. Caelun war das Gewissen der Glänzenden Klinge, der unbeirrbare Schild zwischen Hoffnung und Untergang. Er lebt noch, still und unverändert, ein stilles Wunder. Der Orden der Tetrarchie verehrt ihn heute als heiliges Vorbild – nicht nur für seinen Glauben, sondern für seine Tat.

Khashirr Zwei-Schatten

Die silberne Klaue – Katari, geboren in Dunkelheit und Charme.
Er sprach selten – doch wenn, dann schmolzen Lügen wie Wachs in seinen Worten. Mit einem Lächeln raubte er dir erst das Herz, dann dein Geheimnis. Kein Gegner sah ihn kommen, kein Schloss blieb ihm verschlossen. Manche sagen, er konnte selbst Lügen aus den Schatten locken. Andere sagen, er war ein Schatten. Niemand weiß, wo er heute ist. Vielleicht weiß er es selbst nicht.

Selira Elenwe

Die Stimme des Sterns – Halbelfin, Klerikerin zwischen Licht und Klinge.
Sanft, aufrecht, unbeugsam – doch nie harmlos. Selira heilte nicht nur Wunden, sondern führte auch Schild und Zorn, wenn das Gebet allein nicht reichte. Ihre Göttin ist namenlos, uralt und kaum noch verehrt, doch Selira hört sie flüstern in Wind und Sternenglanz. Ihre Gebete waren wie klare Wasser – tröstlich, aber tief. Und wenn sie sprach, hörten selbst Streiter inne.

Tharos Steppenlauf

Der schweigende Pfeil – Zentaur, Späher aus Wind und Stein.
Er sprach selten – doch seine Hufe kannten jedes Blatt, seine Augen jedes Zeichen. Kein Wesen las die Spuren der Welt wie er. Sein Bogen war Gesetz, sein Blick ein Versprechen. Viele hielten ihn für ein Relikt aus alten Tagen, doch Tharos war Gegenwart – so klar und unbestechlich wie der Horizont.
Nur zwei Dinge konnten ihm ein Lächeln entreißen: die neckischen Worte seiner Gefährtin Minki Feenblatt – und ein Becher jener seltsam funkelnden Ätherbräue, die man in den Werkstätten der Dampfbruderschaft manchmal ausschenkt.

Minki Feenblatt

Die Seele des Waldes – Gnomin, Druidin mit Herz und Humor.
Sie sprach mit Blumen und fluchte wie ein Holzfäller. Zwischen Vogelruf und Wetterduft wusste Minki mehr über die Welt als viele Bücherhallen. Ihre Magie wuchs wie sie wollte – mal leise wie Moos, mal wild wie Sturm. Doch wo sie lachte, blühte Hoffnung.
Man sagt, selbst alte Bäume neigen sich, wenn sie mit ihnen spricht. Und Tharos? Vielleicht war es ihre größte Zauberkunst, jenem schweigsamen Zentauren ein Lächeln zu entlocken.


Ein Held ist keine Statue. Er ist jemand, der weitergeht, wenn andere schon stehen. Die Glänzende Klinge bestand aus sechs solcher Menschen – und Wesen.
Sie trugen das Reich nicht auf ihren Schultern, aber sie stützten es, als es zu fallen drohte.
Und wer heute leise lauscht, wenn Legenden erzählt werden – der hört sie noch: die Stimmen, die Schritte, das Schimmern einer Klinge in dunkler Nacht.

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