🪓 Der Bluthauer-Clan
„Blutgeweiht. Verborgen. Ungezähmt.“
Der Bluthauer Clan lebt abgeschieden auf der nordöstlichen Insel des Hochsee-Archipels — ein raues, vom Wind gepeitschtes Eiland, das von einem seltsam kastanienrötlichen Wald überzogen ist und mehr Legenden birgt als Besucher. Das Kaiserreich hat sich mit Bedacht zurückgehalten, als es das Archipel eingliederte. Nach der schwierigen Eroberung der Hauptinsel und den blutigen Auseinandersetzungen mit Tarakus scheute man den Ruf der Bluthauer, der wie ein dunkler Schatten über der Insel liegt. Die Insel blieb so weitgehend sich selbst überlassen, ein ungezähmtes Grenzland im Reich.
Was jenseits der dürren Küsten und dunklen Wälder der Insel geschieht, bleibt ein Rätsel. Nicht einmal das Reich kennt genau den Ursprung oder die Zahl der Bluthauer. Für die anderen Bewohner des Archipels sind sie vor allem eines: ein archaisches, barbarisches Volk, dessen Blutlinien so tief rot sind wie ihre wilden Adern.
Die Legenden erzählen von einem uralten Pakt mit den Winden und dem Meer, das die Insel umgibt. Man sagt, die Bluthauer seien mit einer Gabe und einem Fluch geboren: Ihre Haut ist von feinen, blutroten Linien durchzogen — pulsschlagende Adern, sichtbar wie Runen des Schicksals. Diese Linien verleihen ihnen Stärke, aber auch eine wilde Unbändigkeit, die niemand zähmen kann. Einige meinen, dass in den Nächten, wenn der Sturm über die Insel fegt, die Bluthauer in einem Blutrausch tanzen, dem selbst die Natur Ehrfurcht zollt.
„Hörst du das Flüstern vom Kastanienwald? Dann kommt der Bluthauer – mit blutroten Hauern und leerem Blick.“
Doch vieles an ihnen bleibt dunkel. Niemand weiß, wann das letzte Mal Außenstehende die Insel betraten. Der einzige Faden zur Außenwelt ist eine schmale Handelsroute, die zwischen der Fischersiedlung Gronul und der Insel verläuft — kontrolliert von einigen wenigen der Münzkompanie, die den Clan aus einer Mischung von Respekt und Furcht meiden.
Die Bluthauer verweigern sich gern den Augen der Welt und bewahren ihre Sitten und Gebräuche für sich. In den Häfen des Archipels flüstert man von ihren Kampfritualen, von der unbändigen Wildheit ihrer Krieger und von der rohen Kraft, die aus Blut und Erde geboren zu sein scheint. Sie sind weder Feinde noch Verbündete, sondern ein Mahnmal für das, was ungezähmt bleibt.
Ihre Isolation macht sie schwer fassbar — eine Brutstätte alter Geheimnisse und ungestümer Macht.
Wer die Bluthauer sucht, findet nur eine Spur aus Blut und Wind.